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18.02.2016 AWO, Hannover, Region

BISS-Verbund feiert zehnjähriges Bestehen

Anlaufstelle für Frauen bei häuslicher Gewalt
Stadt und Region Hannover. Seit 2006 bildet die Koordinierungs- und Beratungsstelle gegen häusliche Gewalt der AWO Region Hannover e.V. zusammen mit der Donna Clara Beratungsstelle im Frauenzentrum Laatzen und Ophelia Beratungszentrum für Frauen und Mädchen mit Gewalterfahrung Langenhagen e.V. den sogenannten BISS-Verbund.
Diese vom Land Niedersachsen und der Region Hannover finanziell geförderten Beratungs- und Interventionsstellen (BISS) gegen häusliche Gewalt sind Anlaufstellen für betroffene Frauen und bieten ihnen eine Erstberatung an. Sie finden hier die so wichtige kurzfristige Hilfe zur Umsetzung der Rechte aus dem Gewaltschutzgesetz, zum Beispiel den Täter aus der Wohnung verweisen zu lassen.

Am 18. Februar 2016 feiern BISS Region Hannover und BISS der Landeshauptstadt Hannover, bestehend aus der BISS-Interventions/Koordinierungsstelle, der Bestärkungsstelle und suana/kargah e.V. gemeinsam ihr zehnjähriges Jubiläum im AWO Tagungszentrum in Hannover-Linden. Mehr als 100 Gäste von Kooperationspartnern wie Polizei, Gleichstellungsbeauftragten, interdisziplinäre Fachdienste (zum Beispiel Frauenberatungsstellen, Jugendämter, Rechtsanwälte) und der Politik werden zur Jubiläumsfeier erwartet.

Nach den Grußworten von Birgit Merkel (stellvertretende AWO Vorsitzende), Petra Mundt (Gleichstellungbeauftragte Region Hannover) und Friederike Kämpfe (Gleichstellungsbeauftragte Stadt Hannover) hören die Gäste ein Interview zwischen der Moderatorin Ninia LaGrande und Andrea Buskotte (ehemalige Koordinatorin im Landespräventionsrat Niedersachen für die Fachstelle Häusliche Gewalt) und die Lesung von Dr. Mihaela Iclodean über Aussagen betroffener Frauen, die von dem jungen Musiker Sebastian Wendt auf der Klarinette begleitet wurde.

Herausragendes Kennzeichen der Arbeit der BISS-Stellen ist die pro-aktive Kontaktaufnahme zu betroffenen Frauen. In den meisten Fällen steht die Polizei am Anfang der Interventionskette. Die Polizei hat neben der Sicherung und Einschätzung der Gefahrenlage auch die Aufgabe, betroffene Frauen über mögliche Beratungs- und Unterstützungsangebote vor Ort zu informieren. Im Anschluss erhalten die Beratungsstellen das Einsatzprotokoll mit Informationen über den Vorfall sowie die Telefonnummer und Anschrift und können Kontakt zu den Frauen aufnehmen.

Die enge Vernetzung von Polizei, Justiz und Beratung sorgt für eine angemessene Versorgung der Betroffenen. Dieser Beratungsansatz der BISS-Beratungsstellen ist eine wichtige Ergänzung des bestehenden Netzes von Frauenhäusern und Beratungsstellen in der Region Hannover.

Insgesamt wurden im Jahr 2015 vom BISS Verbund der Region Hannover 1.368 von häuslicher Gewalt betroffene Frauen erreicht und beraten, in der Landeshauptstadt Hannover waren es 2.719 Frauen.

Zitat aus der Einleitung des „Aktionsplan II des Landes Niedersachsen zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen im häuslichen Bereich“:

„Gewalt in unserer Gesellschaft ist ein schwerwiegendes Problem, das Handeln erfordert. Dabei sind vor allem die Gewalttaten, die in engen persönlichen Lebensbeziehungen begangen werden, besonders verwerflich. Sie beinhalten einen Vertrauensbruch – denn der häusliche Bereich sollte Schutz, Sicherheit und Vertrauen bedeuten und nicht der Tatort von Gewalt sein. Diese Gewalt prägt die Lebensumstände der von Gewalt betroffenen Frauen und immer auch der Kinder nachhaltig – auch deshalb ist Handeln geboten.“

(Pressemitteilung AWO Region Hannover e. V., 18.02.2016)

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  • Artikel veröffentlicht am 18.02.2016
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