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14.10.2015 Wennigsen

Wir alle sind Flüchtlinge!

Malteser Hilfsdienst e. V.Malteser und Johanniter feierten die 11. Ökumenische Gerhardsvesper in Wennigsen
Wennigsen (mhd) Ganz im Zeichen des Flüchtlingsthemas stand die diesjährige Gerhardsvesper, zu der sich am gestrigen Dienstagabend, 13. Oktober 2015, Mitglieder des evangelischen Johanniter- und des katholischen Malteserordens mit ihren jeweiligen Hilfsdiensten schon zum elften Mal in der Klosterkirche Wennigsen trafen. Damit erinnerten sie an den gemeinsamen Ordensgründer, den Seligen Bruder Gerhard, dessen Gedenktag der 13. Oktober ist.

Sie tragen unterschiedliche Gewänder, stellen sich aber unter das gleiche Zeichen und verfolgen ähnliche Ziele: Die evangelischen Johanniter und katholischen Malteser haben dieselben Wurzeln, die in Jerusalem liegen. Dort gründeten italienische Kaufleute im 11. Jahrhundert ein Hospiz für kranke Pilger, aus dem Johanniter- und Malteserorden erwuchsen. Im Andenken daran entwickelten Friedrich von Oertzen für die Johanniter und Maximilian von Boeselager, Diözesanleiter der Malteser in der Diözese Hildesheim, die Idee einer ökumenischen Gerhardsvesper.

Oberlandeskirchenrat i.R. Peter Kollmar bei seiner Predigt in der Klosterkirche von Wennigsen; Bildquelle: Malteser

Oberlandeskirchenrat i.R. Peter Kollmar bei seiner Predigt in der Klosterkirche von Wennigsen

Das diesjährige Thema, dem sich Oberlandeskirchenrat i.R. Peter Kollmar in einer beeindruckenden Predigt widmete, lag auf der Hand: „Wir alle sind Flüchtlinge“, sagte Kollmar mit Blick auf das derzeit alles beherrschende Thema, „keiner von uns hat eine bleibende Statt hier auf Erden.“ Selbst wer glaube, in Deutschland gut zu leben, könne aus dieser Scheinsicherheit jederzeit in einem geistlichen Sinne vertrieben werden: aus der Geborgenheit einer Familie, aus der Bequemlichkeit eines satten Lebenswandels.

Wirkliche Sicherheit bietet nach Kollmars Überzeugung nur Gott, Orientierung die Bibel. „Vor Gott sind alle gleich“, stellte der Oberlandeskirchenrat i.R. klar und entwickelte daraus ein Handlungsprogramm für die „ritterlichen“ Mitglieder des Malteser- und Johanniterordens: Trotz aller Zweifel und Ängste angesichts der anstehenden Herausforderungen müsse man sich für Flüchtlinge engagieren und auf eine Atmosphäre des gegenseitigen Respektes hinarbeiten, forderte der Theologe. Nur so könnten Malteser und Johanniter ihre Glaubwürdigkeit in der Gesellschaft behalten. Mehr noch: Im Umgang mit Flüchtlingen zeige sich, ob Europa tatsächlich eine Wertegemeinschaft und damit auch zukunftsfähig sei.

Die Liturgie wurde geleitet von Pastor Dr. Wichard von Heyden aus Gehrden, Pastor Justus Conring aus Bad Pyrmont und Diakon Thomas Müller aus Garbsen. Die Calenberger Kantorei unter der Leitung von Ludwig Theis, sowie Prof. Dr. Ulrich Riedl als Kantor und Barbara von Witzleben an der Orgel sorgten für die musikalische Untermalung.

Rund 250 Besucher waren zur Gerhardsvesper gekommen, darunter auch Mitglieder befreundeter Orden wie der Ritter vom Heiligen Grab und vom Deutschen Orden. Daneben bestimmten wieder die Fahnen und die auffällige Dienstbekleidung der Sanitäter beider Hilfsdienste das farbenprächtige Bild. Beim anschließenden Empfang im Klostersaal gab es reichlich Gelegenheit, einander kennen zu lernen.

(Pressemitteilung Malteser Hilfsdienst e. V. , Dr. Michael Lukas, 14.10.2014)

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  • Artikel veröffentlicht am 14.10.2015
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