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24.11.2014 Neustadt a. Rbge., Region

Das Tote Moor soll leben

Region

Gehölzfällung und Erdarbeiten an der westlichen Moorstraße
Hannover/Neustadt a.Rbge. Ab Mitte nächster Woche beginnen im westlichen Bereich der Moorstraße Gehölzarbeiten. Im Auftrag der Region Hannover werden in einem parallel zu Straße und Radweg verlaufenden Entwässerungsgraben auf einer Länge von rund 740 Metern alle Bäume entfernt. Die Fällungen sind die Vorboten einer teilweisen Verfüllung des fast vier Meter tiefen Grabens, die für den Dezember geplant ist. Die Sohle soll dabei bis zu drei Meter angehoben werden, um den Wasserhaushalt im Toten Moor zu stabilisieren. Die Region stellt hierfür Mittel aus ihrem Programm zur Förderung der Biodiversität bereit.

„Das Tote Moor soll leben, auch wenn leider zuerst Bäume gefällt werden müssen“, fasst Prof. Dr. Axel Priebs, Umweltdezernent der Region Hannover, den Zweck der Maßnahme zusammen: „Nördlich der Moorstraße verlaufen bis zu vier Meter tiefe Gräben, die den Hochmoorflächen viel Wasser entziehen und dadurch die Freisetzung von großen Mengen CO2 begünstigen. Für eine Renaturierung des Toten Moores ist der Anstau dieser Vorfluter zwingende Voraussetzung. Besonders die Gräben, die den Moorkörper bis zum unterliegenden Sand durchschneiden, entwässern große Bereiche.“

In den kommenden Wochen wird der Graben an der Moorstraße deshalb mit Torf aufgefüllt. Das Material stellt die Firma ASB kostenfrei zur Verfügung. Ein vollständiges Zuschütten des Grabens ist nicht möglich, da zur Moorstraße und dem seitlich verlaufenden Radweg ein Sicherheitsabstand von etwa einem Höhenmeter einzuhalten ist, damit die Standsicherheit nicht beeinträchtigt wird. Willkommener Nebeneffekt: Durch die Teilverfüllung wird die Zersetzung des Moorkörpers unter der Moorstraße reduziert. Zudem sinkt die Tendenz der Moorstraße, ihren weichen Untergrund zur Seite zu drücken, da dort ein Gegenlager geschaffen wird. So bilden sich weniger Mulden in der Moorstraße und die Unterhaltungskosten reduzieren sich.

Neben der allgemeinen Wiedervernässung des westlichen Toten Moores ist Hauptziel der Region Hannover die Entwicklung des südlich der Moorstraße gelegenen naturnahen Hochmoores, in dem auch der Moorerlebnisweg sowie der beliebte Seerosenteich liegen. Die Fachleute der Umweltverwaltung sind sich sicher, dass gerade der Seerosenteich, der in den vergangenen Sommern einen nur sehr flachen Wasserstand auswies, wird von der Maßnahme profitieren wird, auch wenn der Anstieg des Wasserstandes einige Jahre dauern wird. Ein weiterer Vorteil des Wiedervernässung ist die Verminderung der Gefahr von Moorbränden: Nasser Torf brennt nicht. In seiner Funktion als Wasserspeicher trägt das Tote Moor auch dazu bei, einen hohen Sommerwasserstand im Steinhuder Meer zu halten. Wenn das Wasser im Winter nicht mehr so schnell abfließt, kann es bis weit in den Sommer hinein im Moor gehalten und gleichmäßig an das Steinhuder Meer abgegeben werden.

Nach Abschluss der Arbeiten werden neben dem Radweg wieder Moorbirken gepflanzt, die dann angepasst neu wachsen können. Die verbleibende, flache Grabensohle selbst wird nach Norden verbreitert und wird schon in wenigen Jahren eine typische Moorvegetation zeigen. Hier sind unterstützende Pflanzungen gebietsheimischer Moorpflanzen geplant. „Vor allem die Nutzerinnen und Nutzer des Radweges können so einen guten Einblick in die typische Moorvegetation erleben, zumal er Teil der Nordhannoverschen MoorRoute ist“, so Priebs.

Für das nächste Jahr ist die Verfüllung weiterer Abschnitte der Moorstraßengräben geplant, kündigte der Umweltdezernent an: „Unmittelbar nach Auslaufen des Torfabbaus soll das gesamte Tote Moor wieder zum größten lebenden und wachsenden Hochmoor der Region Hannover zu entwickeln. Mit den bereits erfolgten und zukünftig geplanten Maßnahmen zur Wiedervernässung ist die Region auf gutem Weg, das gesteckte Ziel zu erreichen. Die derzeit in Vorbereitung befindliche Ausweisung des Gebietes als Naturschutzgebiet soll das Hochmoor als bedeutender Teil unseres Naturerbes für die folgenden Generationen sichern.“

(Pressemitteilung Region Hannover, 24.11.2014)

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