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19.02.2014 Region

Sinti-Gedenktag: Lesung mit der Journalistin Hanna Legatis

Region

Gedenkstätte Ahlem
Hannover. In Erinnerung an die Sinti und Roma, die in der Nacht vom 2. auf den 3. März 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden, lädt die Gedenkstätte Ahlem am Sonntag, 2. März 2014, um 15 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung in das „Haus der Hoffnung“ in Ahlem ein. Die Fernsehjournalistin und Schauspielerin Hanna Legatis wird Passagen aus dem Buch „Polizeilich zwangsentführt“ lesen, das die Lebensgeschichte der Sintezza Lily van Angeren-Franz nachzeichnet. In die Lesung integriert ist ein Kurzfilm der Memo Media Productions, in dem van Angeren-Franz ihre Erinnerungen an Auschwitz schildert. Im Anschluss an die Lesung wird am Erinnerungstor der Gedenkstätte Ahlem mit einer Kranzniederlegung der Opfer gedacht.

Zu den oft vergessenen Opfern des Holocaust gehören eine halbe Million deutsche Sinti und Roma. Im März 1943 wurden die Sinti aus Niedersachsen in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, unter ihnen 100 Kinder, Frauen und Männer aus Hannover. Der „Sonderzug“ für die Fahrt in den Tod stand am Bahnhof Fischerhof in Linden, wo heute ein Mahnmal an „alle Verfolgten des Nationalsozialismus“ erinnert.

„Polizeilich zwangsentführt“, so widersprüchlich formuliert fand die Entführung und Deportation von Lily Franz, ihren Geschwistern und ihrer Mutter im Zeugnishauptbuch der Volksschule Drispenstedt Erwähnung. Dieses technokratische Wortpaar gab den Titel für das Buch, in dem Lily van Angeren-Franz ihre Lebensgeschichte erzählt. Der Wohnwagen ihrer Eltern stand in Hildesheim am Schwarzen Weg an einem Baggersee. Ihr Vater war Musiker und hatte ein Händchen für Pferde. Die Mutter handelte mit Stoffen, Rüschen und Spitzen. Dazu waren sie viel auf Reisen. In der Nähe von Kassel verhafteten die Nazis ihren Vater. Grundlos und auf Nimmerwiedersehen. Lily überlebte den Massenmord an ihrem Volk in Auschwitz. Ihre Erinnerungen sind eine wichtige Quelle zur Geschichte der Sinti und Roma in der Zeit vor und nach Ende der NS-Diktatur.

(Pressemitteilung Region Hannover, 19.02.2014)

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