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10.09.2013 Burgdorf, Region

Tag der offenen Tür zum 50. Geburtstag der Burgdorfer Beratungsstelle

Familiäre Krisen früh erkennen und entschärfen – Nachfrage nach Familien- und Erziehungsberatung unverändert hoch
Hannover/Burgdorf. Fast 900 Familien wurden allein im Jahr 2012 beraten, im gleichen Jahr haben sich 575 Eltern neu angemeldet: Der Bedarf nach Rat und Unterstützung ist auch im 50. Jahr des Bestehens der Familien- und Erziehungsberatungsstelle Burgdorf unverändert hoch – und das, obwohl die Zahl der Kinder über die Jahrzehnte gesunken ist. Ihr Jubiläum feiert die Beratungsstelle im Burgdorfer Schloss am Freitag, 13. September 2013, mit einem Tag der offenen Tür. Los geht’s ab 14 Uhr im Schlossgarten am Spittaplatz mit zahlreichen Aktionen, Informationen und einem Mitmachzirkus. Familien sind herzlich eingeladen!

Den Grund für die hohe Nachfrage nach Beratungen sieht Matthias Möller unter anderem in der steigenden Zahl von Trennungen: „Im Zuge des Scheidungsprozesses kommt es leider immer wieder zu Konflikten, die sich belastend auf die Kinder auswirken“, sagt der Leiter der Familien- und Erziehungsberatungsstelle Burgdorf. Dabei gehe es vermehrt auch darum, dass manche Eltern nicht bereit sind, für Kinderbetreuung und Erziehung im Berufsleben kürzer zu treten. „Früher haben die Eltern darum gekämpft, nach einer Trennung möglichst viel Zeit mit ihren Kindern verbringen zu können. Heute entsteht immer häufiger Streit, weil sich einer der beiden Partner zu wenig um die gemeinsamen Kinder kümmert“, sagt der erfahrene Sozialpädagoge und Familientherapeut.

Esther
Stellten das Programm des Tags der offenen Tür und aktuelle Beratungszahlen der Familien- und Erziehungsberatungsstelle Burgdorf vor (auf dem Foto von links): Esther Quindt, Teamleiter Matthias Möller und Christine Schütze.

Eine Entwicklung, die sich auch in Zahlen widerspiegelt: Nur noch 39 Prozent der bei der Familien- und Erziehungsberatungsstelle Burgdorf angemeldeten Kinder wachsen mit beiden leiblichen, miteinander lebenden Eltern auf. 43 Prozent der Kinder leben bei ihren alleinerziehenden Eltern, 16 Prozent in Patchworkfamilien. „Neben dem alltäglichen Stress, Beruf und Betreuung unter einen Hut zu bekommen, erleben wir, dass vor allem Alleinerziehende zunehmend in ökonomische Schieflagen geraten und von Armut bedroht sind, was das Familienleben zusätzlich belastet“, so Möller.

Seit drei Jahren legen die Familien- und Erziehungsberatungsstellen der Region Hannover einen besonderen Fokus auf die Arbeit mit Kindern unter sechs Jahren. „Eltern berichten uns oft von Problemen mit ihren Kindern, die bereits im Säuglings- und Kleinkindalter aufgetreten sind“, sagt Christine Schütze von der Familien- und Erziehungsberatungsberatungsstelle über das Angebot. „Wenn Familien dann erst im Grundschulalter der Kinder zu uns kommen, haben sich Schwierigkeiten mitunter schon verfestigt und es erfordert dann mehr Aufwand, sie zu beheben.“

Der Schwerpunkt der Arbeit mit jungen Familien: Informationen über die Entwicklung der Kinder zu vermitteln, intuitive, elterliche Kompetenzen zu stärken und Väter und Mütter zu befähigen, die Signale ihrer Kinder zu verstehen und angemessen zu beantworten. „Oft reichen schon ein oder zwei Gespräche aus, damit sich Eltern sicherer fühlen, weil sie das Schlaf- oder Essverhalten ihrer Kinder besser einschätzen oder besser verstehen können, warum ihr Säugling schreit und nicht zur Ruhe kommt“, sagt Beraterin Esther Quindt. „Insofern ist unsere ’Frühe Beratung’ ein wichtiger Beitrag zum präventiven Kinderschutz, ein Angebot, das mit der Zeit immer besser angenommen wird.“

Während der Anteil der Familien mit Kindern von 0-6 Jahren an der Gesamtzahl der Anmeldungen 2010 nur 15 Prozent betrug, ist er im Jahr 2012 auf 25 Prozent gestiegen. Um die Zielgruppen rechtzeitig zu erreichen, kooperiert die Familien- und Erziehungsberatungsstelle Burgdorf auch mit Krippen und Kindergärten: Die Fachkräfte halten dort Vorträge, besuchen Elternabende, nehmen an Entwicklungsgesprächen teil und bieten zurzeit eine Elternsprechstunde in Kindergärten der Stadt Sehnde an. Darüber hinaus arbeitet die Beratungsstelle mit Kinderärzten, Hebammen, Kliniken und Jugendämtern zusammen.

Mit einem Tag der offenen Tür feiert die Familien- und Erziehungsberatungsstelle im Burgdorfer Schloss am Freitag, 13. September, ihren 50. Geburtstag. Während sich Erwachsene über die Angebote und die Arbeit der Beratungsstelle informieren können, gibt es für große und kleine Kinder Aktionen wie Spiele und Kinderschminken. Außerdem schlägt der Mitmachzirkus des Johnny B im Schlossgarten das große Zirkuszelt auf und bringt für artistische Kunststückchen Jonglierbälle und Diabolos, Einrad und Nagelbrett mit. Familien und Interessierte sind herzlich eingeladen! Los geht’s ab 14 Uhr am Spittaplatz 5. Weitere Informationen – auch über das kostenfreie Angebot der Familien- und Erziehungsberatungsstelle – unter Telefon (05136) 6078.

(Pressemitteilung Region Hannover, 10.09.2013)

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