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29.01.2013 Hannover

Initiative Pro D-Tunnel: Aktueller Kompromiss taugt nicht als seriöse Verkehrsplanung

Initiative Pro D-Tunnel e. V.SPD-Zugeständnisse an den Koalitionspartner als einziger Antrieb
Die Initiative Pro D-Tunnel e.V. ist sehr ungehalten über den sogenannten »Kompromiss« der Regions-SPD vom Montag, die Stadtbahnlinie 10 künftig zwar zu teilen, aber nach wie vor durch die Postunterführung zum Raschplatz schicken zu wollen. Diese Planung hat mit der von Prof. Scheelhaase angeregten und sehr sinnvollen Idee, der sogenannten »Scheelhaase-Lösung«, nicht mehr viel zu tun. Denn Prof. Scheelhaase schlug eine Variante vor, bei der kaum Baukosten und nur geringfügig höhere Betriebskosten entstanden wären – zusätzlich mit der Möglichkeit einer unmittelbaren Umsetzung.

Der jetzige Vorschlag der SPD jedoch sieht exakt dieselbe oberirdische Strecke vor, welche bereits bisher Gegenstand der Regionsplanung und der vernichtenden Kritik aus allen Richtungen war. Einen langen Vorlauf durch Planung und Bau vor Inbetriebnahme der Strecke gäbe es weiterhin, wodurch insbesondere mobilitätseingeschränkte Menschen leiden. Sämtliche Verkehrsprobleme, die bisher vorausgesagt und kritisiert wurden, blieben ebenfalls weiterhin bestehen, inklusive der Gefahren für Fußgänger und Radfahrer.

Es gibt nur einen Unterschied: Aufgrund der Teilung der Linie 10 würden nach Schätzung der Üstra 60% der Fahrgäste zukünftig den schnellen und umsteigefreundlichen Zweig durch den A-Tunnel über Waterloo und Kröpcke zum Hauptbahnhof bevorzugen. Damit entfielen nur noch 40% der Fahrgäste auf den oberirdischen Zweig – welcher aber wie bisher immer noch 40 bis 50 Mio. Euro kosten würde. Die einst von der Regionsverwaltung propagierte, angeblich beste Wirtschaftlichkeit dieser Streckenvariante ginge damit aufgrund des Verlustes von 60% der Fahrgäste komplett verloren. Eine unerträgliche Verschwendung von Steuergeldern wäre die Folge. Zudem würden die ober- und unterirdische Strecke zueinander in Konkurrenz auf dem Weg zum Hauptbahnhof im Parallelverkehr treten, statt solchen nach Möglichkeit zu vermeiden. Hier würde er jedoch mit einem hohen Millionenaufwand erst langfristig geschaffen.

Der einzige Grund dieses desaströsen Vorschlags liegt darin, dass die SPD den Grünen entgegenkommen möchte und Zugeständnisse an den kleinen Koalitionspartner einbaut – auf Kosten der Fahrgäste, des Verkehrs im Zentrum und sogar der Zukunftsfähigkeit dieser wichtigen Strecke, welche eigentlich das größte Fahrgastpotenzial im gesamten Stadtbahnnetz hätte. Doch bis heute wird dieses nicht annähernd erschlossen.

Die Initiative Pro D-Tunnel lehnt den Vorschlag der SPD daher strikt als rein politisch motiviert, untauglich und unvernünftig ab. Wir erinnern nachdrücklich daran, dass bei der Verkehrsplanung ausschließlich sachliche Gründe und nicht die politische Opportunität bestimmend sein müssen.

»Mit Verkehrsplanung hat dieser Vorschlag rein gar nichts mehr zu tun, vielmehr verteilt die SPD Zucker an die Grünen. Damit ist die Regions-SPD meilenweit von der selbst proklamierten Bürgernähe oder überhaupt einem Einsatz zum Wohl der Fahrgäste oder der Stadt entfernt. Es ist beschämend, dass die Partei mit einem solch unsinnigen Vorschlag überhaupt an die Öffentlichkeit tritt – das ist noch nicht mal als Kompromiss zu werten, sondern höchstens als verzweifelte politische Koalitionskrisen-Bewältigung«, meint der Pro D-Tunnel-Sprecher Jens Pielawa.

(Pressemitteilung Initiative Pro D-Tunnel e. V., 24.01.2013)

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  • Artikel veröffentlicht am 29.01.2013
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