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20.12.2012 Laatzen, Pattensen, Region

Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen im Naturschutzgebiet Leineaue

Mehr Lebensraum für Laufkäfer im Naturschutzgebiet Leineaue zwischen Ruthe und Koldingen
Hannover/Hildesheim/Laatzen/Pattensen/Sarstedt. Im Auftrag der Region Hannover werden ab Freitag, dem 21. Dezember 2012, auf dem Standort des ehemaligen Kieswerkes bei Koldingen flache Senken und Rinnen angelegt sowie der Bewuchs von jungen Weiden, Erlen und krautigen Pflanzen entfernt. Ziel der Arbeiten ist es, im Nahbereich der Leine wieder Strukturen zu schaffen, wie sie für eine Auelandschaft typisch sind.

Als Folge des Bodenabbaus entstanden im Überschwemmungsgebiet der Leine bei Koldingen in den letzten 40 Jahren vegetationsfreie Sand-, Kies- und Geröllflächen, die in ihrer Struktur für dynamische, natürliche Flusstäler charakteristisch sind. Nachdem 2002 der Bodenabbau abgeschlossen, Saugbagger, Förderbänder und Planierraupen entfernt worden waren, fanden keine weiteren Eingriffe statt, so dass die Flächen durch den Aufwuchs von Weiden und Erlen ihren ursprünglichen Charakter verloren.

Die unbewachsenen Sand- und Kiesbänke im Überschwemmungsbereich der Leine bei Koldingen gelten als einmalig in der Region Hannover. Gutachter haben hier mehrere vom Aussterben bedrohte Laufkäferarten kartiert, die nur in natürlichen Flussauen ihren angestammten Wohnraum finden. Das Gebiet wurde daher inzwischen als landesweit bedeutsamer Lebensraum für Laufkäfer eingestuft.

Die Laufkäfer im Koldinger Naturschutzgebiet fungieren an dieser Stelle als „Zeigerarten“. Sie dokumentieren, dass hier ein strukturreicher, auentypischer sowie stabiler Lebensraum vorliegt, der aufgrund seiner Vielfalt unzähligen weiteren Tier- und Pflanzenarten einen langfristigen Wohnort bietet. So benötigt zum Beispiel der Flussregenpfeifer unbewachsene Flächen mit grobem Kies, um als Bodenbrüter seine Eier zwischen den Kiesteichen verstecken zu können. Die Eier verschmelzen aufgrund ihrer Färbung völlig mit der Umgebung, so dass sie selbst für den versierten Vogelkundler nur schwer auszumachen sind.

Die Naturschutzbehörde der Region Hannover beabsichtigt, diesen bedeutsamen auentypischen Standort wieder zu beleben. Volle Unterstützung erfährt die Maßnahme durch das Land, das das Vorhaben als Pflege- und Entwicklungsmaßnahme in Naturschutzgebieten finanziert.

Pressemitteilung 20.12.2012, Region Hannover

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  • Artikel veröffentlicht am 20.12.2012
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