Region Hannover fordert Erhalt der Teilzeitausbildung für junge Mütter
SINA vor dem Aus: Sozialdezernent kritisiert Bundesagentur für Arbeit
Hannover. Mit Unverständnis und Empörung hat Erwin Jordan, Soziadezernent der Region Hannover, auf die Nachricht reagiert, dass die Teilzeitausbildung für junge Mütter von SINA - Soziale Integration Neue Arbeit im Diakonischen Werk Hannover - nicht mehr von der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden wird: „SINA steht vor dem Aus. Damit wird eines der erfolgreichsten Integrationsprojekte überhaupt kaputt gemacht.“
SINA hat seit 2001 163 junge Mütter bis zur Abschlussprüfung erfolgreich begleitet. 80 Prozent der Frauen wurden nach der Ausbildung direkt weiter beschäftigt. Bereits im Juni 2011 hatte die Trägerversammlung des Jobcenters grünes Licht für die Fortführung des Projektes gegeben. „Das Projekt war deshalb so erfolgreich, weil sowohl Ausbildung als auch soziale Begleitmaßnahmen intelligent verknüpft worden sind. Doch nun wird das Projekt durch eine falsche Rechtsauslegung vom Bundesrechnungshof und der Bundesagentur für Arbeit blockiert“, so Jordan.
Die Teilzeitausbildung bei SINA durch Innovation und Vernetzung verschiedener Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebote ist ein klassisches Projekt der freien Förderung. Es umfasst eine breite Palette an Ausbildungsberufen, die in Kooperation mit 52 Ausbildungsbetrieben umgesetzt wird. „Es müsste viel mehr Projekte dieser Art geben. Stattdessen will die Bundesagentur für Arbeit nur noch standardisierte Maßnahmen mit zweifelhafter Wirkung fördern statt zielgruppenorientierter, erfolgreicher Hilfen“ kritisiert Jordan die Geschäftspolitik der Bundesagentur.
„Durch die Be- und Verhinderung der Teilzeitausbildung wird Alleinerziehenden die Möglichkeit geraubt, auf eigene Füßen stehen zu können und für sich und ihre Kinder eine gute Lebensperspektive zu entwickeln“, so Jordan weiter. Die Region fordert daher die Bundesagentur auf, das Projekt in der bewährten Form zu erhalten.
Hintergrund: In der Region Hannover gibt es bei 63.028 Bedarfsgemeinschaften insgesamt 10.733 Alleinerziehende Bedarfsgemeinschaften. Das entspricht einem Anteil von 17 Prozent (Stand April 2011). Von den 10.733 Alleinerziehenden Bedarfsgemeinschaften sind 4.400 Alleinerziehende arbeitslos gemeldet.
Pressemitteilung 15.12.2011, Region Hannover







Es ist einfach nur traurig so etwas zu lesen! Wer weiss auf wessen Mist das wieder gewachsen ist… Ich könnt mir vorstellen das sich wieder mal jemand hingesetzt und durchkalkuliert hat, dass es kurzfristig vielleicht günstiger wäre die Betroffenen über eine bestimmte Zeit mit Regelleistungen zu versorgen, als das Projekt über den gleichen Zeitraum weiter zu finanzieren… Was langfristig daraus wird? Soll sich doch ein anderer damit befassen! Arm!
Kommentar von Martin Böhme — 18.12.2011 @ 3:24