Pappeln werden im Naturschutzgebiet gerodet
Platz für typische Gehölze einer Flussaue
Pattensen-Reden. In dieser Woche beginnen im Naturschutzgebiet „Alte Leine“ in der Gemarkung Reden Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen. Ziel der Arbeiten nördlich des Koldinger Holzes ist, auentypische Strukturen im Niederungsbereich der Alten Leine zu entwickeln. Die Alte Leine verläuft an dieser Stelle in großen Bögen durch die Landschaft. Geplant ist, westlich des Flusses in drei Flussschleifen den vorhandenen Pappelbestand zu roden.
Es handelt sich um etwa 180 Bäume. Sie sollen künftig durch typische Gehölze einer Flussaue ersetzt werden.
Bei den Bäumen, die jetzt gefällt werden, handelt es sich um sogenannte Hybridpappeln – eine Kreuzung der bei uns heimischen Schwarzpappel mit fremden, nicht heimischen Pappeln. Sie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg als schnellwachsende Gehölze gepflanzt und haben nun ihre Hiebreife erlangt. Einige weisen bereits Schäden im Stammbereich auf, sodass ihre Standsicherheit nicht mehr gewährleistet ist. Hybridpappeln sind völlig untypisch für feuchte, zeitweise überflutete Auenbereiche der Flüsse und Bäche. Ihr Wurzelgeflecht reicht nur sehr flach in den Boden und ist damit zur Sicherung von Uferböschungen ungeeignet.
Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung eines artenreichen Gehölzbestandes an der Alten Leine mit den typischen Gehölzarten wie Schwarzerle, Esche und Eiche, aber auch Ahorn oder Ulme, die an überstaute, nasse Bereiche angepasst sind. Die Bepflanzung ist für 2011 geplant. Die Maßnahme findet auf Privatgrundstücken statt und wird vom Eigentümer umgesetzt. Er hatte das Vorhaben rechtzeitig bei der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover beantragt und abgestimmt. Auch der für die Alte Leine zuständige Unterhaltungsverband war in die Absprache eingebunden.
Als Zeitpunkt für die Rodungsarbeiten haben die Fachleute bewusst der Spätsommer gewählt, um den Eingriff im Naturschutzgebiet möglichst gering zu halten. Die Arbeiten finden bei trockener Witterung statt. Voraussichtlich wird die Rodung der Pappeln Ende September abgeschlossen sein. Die gerodeten Stämme bleiben so lange im Gebiet liegen, bis die Flächen abgetrocknet sind, um größere Flurschäden zu vermeiden, die andernfalls beim Abtransport entstehen könnten. Sowohl Vertreter des amtlichen wie des ehrenamtlichen Naturschutzes bewerten das Projekt positiv. Es setzt die Ziele der bestehenden Naturschutzgebietsverordnung umsetzt.
Pressemitteilung 01.09.2010, Region Hannover



