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01.04.2010 Region

Bei jedem dritten Mal geht das gewünschte Getränk über den Tresen

Region

Dritte Phase der Alkohol-Testkäufe abgeschlossen
Region Hannover – Jeder Dritte in der Region Hannover verkauft Alkohol an Jugendliche. Das ist das Ergebnis der dritten Phase an Alkohol-Testkäufen, die die Region Hannover jetzt in 15 Kommunen abgeschlossen hat. In 33,6 Prozent der Fälle erhielten die minderjährigen Testkäufer das verlangte Getränk. Besonders auffällig: Bei fast der Hälfte der Fälle, in denen Alkohol verkauft wurde, verlangten die Verkäuferinnen oder Verkäufer vorher den Personalausweis. Dennoch ging die Flasche über den Tresen. „Viele schauen einfach nicht richtig hin oder rechnen falsch“, stellt Bettina von Domarus fest, die sich als Regionsmitarbeiterin um den gesetzlichen Jugendschutz kümmert.

Dennoch ist die Bilanz der Jugendschützer positiv: „Von Phase zu Phase hat sich die Zahl der Verstöße verringert“, berichtet Bettina von Domarus. Registrierte die Region in der ersten Runde der Alkohol-Testkäufe noch in 53 Prozent der Überprüfungen einen Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz, so sank die Zahl in der zweiten Phase schon auf 42 Prozent und nun auf 33,6 Prozent.

In der dritten Phase ist das Bild am vorbildlichsten in Gehrden und Ronnenberg – jeweils einmal erhielten die Testkäufer Alkohol, zehn Verkaufsstellen wurden jeweils getestet. Dahinter steht jedoch viel Arbeit: „In Ronnenberg hat unser Testkäufer in der ersten Phase überall Alkohol erhalten“, berichtet von Domarus – also eine Trefferquote von 100 Prozent. Es folgten ausführliche Gespräche und Aktionen, bei denen Polizei und Jugendschutz sowie der Präventionsrat für größere Sensibilität im Umgang mit Alkohol warben. „Das hat sich ausgewirkt“, stellt Bettina von Domarus fest. Nicht in allen Kommunen ist eine so positive Entwicklung zu verzeichnen. So erhielt der jugendliche Testkäufer in Hemmingen in der dritten Phase in 71 Prozent der Fälle Alkohol, in den beiden Runde davor lag die Quote bei 56 bzw. 14 Prozent. Auch in Isernhagen und Seelze sahen die Zahlen in der dritten Runde schlechter aus als in den ersten beiden Phase: In Isernhagen erhielt der Testkäufer in der Hälfte der Fälle Alkohol, in Seelze in 56 Prozent der Fälle.

Die Region Hannover hat die dritte Phase der Testkäufe in dieser Woche mit Überprüfungen in Pattensen, Isernhagen und Burgwedel abgeschlossen.

In Pattensen wurden zehn Verkaufsstellen (Supermärkte, Kioske und Tankstellen) kontrolliert. Dreimal erhielt der Testkäufer – ein 16-jähriger Schüler – den gewünschten Wodka, zweimal im Supermarkt, einmal an einer Tankstelle. In neun Fällen wurde der Jugendliche nach dem Personalausweis gefragt, einmal zudem nach dem Alter. „Damit liegt die Zahl der Verstöße knapp unter dem Regionsdurchschnitt“, bilanziert Regionsmitarbeiterin Bettina von Domarus. Im Vergleich zu den ersten beiden Phasen der Alkohol-Testkäufe eine Verbesserung: Bei den bisherigen Kontrollen hatte der Testkäufer jedes Mal in der Hälfte der Fälle den gewünschten Alkohol erhalten.

In Isernhagen wurden am Mittwochabend zehn Verkaufsstellen überprüft. Jeder Zweite händigte den gewünschten Alkohol aus – Apfelkorn, ein Wodka-Mix sowie Jack Daniels mit Cola gingen über den Tresen. Außer in einem Fall versäumten es die Verkäufer, die den Alkohol abgaben, nach dem Alter oder dem Ausweis zu fragen. Lag der Ausweis vor, wurde in der Regel nicht verkauft. Verstöße registrierten die Jugendschützer in drei Supermärkten, einer Tankstelle und an einem Kiosk. In der ersten und der zweiten Phase der Testkäufe lagen die Fallzahlen bei 45 bzw. 29 Prozent in Isernhagen.

In Burgwedel erhielt der Testkäufer am Mittwoch in sieben von 15 kontrollierten Verkaufsstellen den gewünschten Alkohol – also in 47 Prozent der Fälle. Dreimal ging Wodka über den Ladentisch, in den anderen Fällen jeweils Mixgetränke. „Vielen Verkäufern ist nach wie vor offenbar nicht klar, dass Mixgetränke ebenfalls erst ab 18 Jahren verkauft werden dürfen“, meint Bettina von Domarus. „Wir müssen in Burgwedel wohl noch Überzeugungsarbeit leisten.“ Daher seien dort auch deutlich mehr Verkaufsstellen überprüft worden als in den ersten beiden Phasen. Kontrolliert wurden in Burgwedel neun Supermärkte, fünf Tankstellen und ein Getränkemarkt. In fünf Supermärkten und zwei Tankstellen wurde das gewünschte Getränk verkauft. In der ersten Phase waren in Burgwedel lediglich drei Verkaufsstellen kontrolliert worden – jedes Mal erhielt der Testkäufer Alkohol. In der zweiten Phase bekam er in vier von neun getesteten Verkaufsstellen Alkohol.

Die Region Hannover ist in 15 Städten und Gemeinden für den Jugendschutz zuständig, in denen sie auch die Aufgabe des Jugendamts übernimmt: Barsinghausen, Burgwedel, Garbsen, Gehrden, Hemmingen, Isernhagen, Neustadt, Pattensen, Ronnenberg, Seelze, Sehnde, Uetze, Wedemark, Wennigsen und Wunstorf.

Pressemitteilung 01.04.2010, Region Hannover

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  • Artikel veröffentlicht am 01.04.2010
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1 Kommentar »

  1. Die Bemühungen um die Durchsetzung der Jugendschutzgesetze in dieser Region sind sicher lobenswert. Die mehrfachen Kontrollen zahlen sich aus. Allerdings stellt sich die Frage, ob nur auf Spirituosen und Mixgetränke getestet wurde. Auch in Bayern war dies der Fall. Wenn auch Vergorenes eingekauft wird, könnte der Erfolg vielleicht geringer sein. Will man keine Jugendliche unter 16 als Testpersonen einsetzen?

    Kommentar von Kontrabass — 02.04.2010 @ 10:11

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