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09.02.2009 Hannover, Region

Expo-Gelände: Einigung zu Möbel Staude

Region

Ausstellung „Rund ums Wohnen“ auf dem Expo-Gelände soll kommen
Hannover - Die Errichtung eines Dienstleistungszentrums „Rund ums Wohnen“ gegenüber dem Einrichtungshaus IKEA nimmt Konturen an: Die Verwaltungen von Landeshauptstadt und Region Hannover sind sich einig, dass der hannoverschen Firma Staude die Errichtung eines Möbelmarktes auf dem EXPO-Gelände ermöglicht werden soll. Gleichzeitig haben beide Seiten gemeinsame Grundsätze für die weitere Nutzung des EXPO-Geländes bekräftigt.

Regionspräsident Hauke Jagau und Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil sehen diesen Kurs als Erfolg der gemeinsamen Wirtschaftsförderung. „Wir ermöglichen Möbel Staude damit ein zweites Standbein in der Landeshauptstadt und können erfolgreich eine Abwanderung an einen Standort außerhalb der Region verhindern.“

Jagau und Weil machten deutlich, dass über die Ansiedlung von Möbel Staude hinaus das EXPO-Ost-Gelände nicht weiter in Richtung Einzelhandel entwickelt werden soll: „Das Ergebnis unserer intensiven Gespräche ist, dass wir daran festhalten, das EXPO-Ost-Gelände zu einem hochwertigen Dienstleistungs-, Forschungs- und Gewerbestandort weiter zu entwickeln“. Oberbürgermeister und Regionspräsident riefen in Erinnerung, dass im Nordteil rund um die EXPO-Plaza bereits eine Vielzahl von Büro- und Dienstleistungsnutzungen sowie Berufs- und Hochschulansiedlungen existieren. Den damit eingeschlagnen Kurs wolle man fortsetzen und in diesem Sinne auch das gemeinsame Engagement für die Etablierung eines Energie- und Klimaschutz-Clusters auf dem EXPO-Gelände weiter verstärken.

„Das Expo-Gelände ist zu wertvoll, um es für Discounter und Fachmärkte zu nutzen, die außerdem die benachbarten Orts- und Stadtteilzentren sowie die Hannoversche Innenstadt schädigen könnten“, umrissen Hannovers Stadtbaurat Uwe Bodemann und der Planungsdezernent der Region, Prof. Dr. Axel Priebs ihre fachliche Bewertung. Die Entwicklung zu einem hochwertigen Dienstleistungs- und Forschungsstandort sei mühsam, aber ohne Alternative. Hier sei Geduld und Beharrlichkeit gefordert: Die Klimaschutzaktivitäten von Landeshauptstadt, Region und Fachhochschule bieten nach Überzeugung der Dezernenten eine hervorragende Entwicklungsperspektive für das Gelände, die sie im Zusammenspiel mit weiteren Partnern in Richtung anwendungsbezogener Forschung und Dienstleistungen konkretisieren wollen.

Das Unternehmen Möbel Staude beabsichtigt, am Rande des EXPO-Geländes in direkter Nachbarschaft zum bereits existierenden Einrichtungshaus IKEA an der Straße der Nationen ein Möbelhaus mit rd. 7.000 m² Verkaufsfläche zu errichten. Die Region hatte Bedenken geäußert, weil auf dem vorgesehenen Standort westlich der Gärten im Wandel ebenso wie auf den übrigen Flächen des EXPO-Geländes Einzelhandelsnutzungen ausgeschlossen sind. Schon die Ansiedlung von IKEA konnte nur in einem aufwändigen raumordnerischen Zielabweichungsverfahren unter Hinzuziehung des Landes ausnahmsweise realisiert werden. „Für uns war es über den Einzelfall hinaus wichtig festzuhalten, dass mit der Staude-Ansiedlung keine grundsätzliche Kehrtwende bei der Beurteilung des EXPO-Geländes einhergeht. Die jetzt zwischen den Verwaltungen von Region und Landeshauptstadt getroffenen Verabredungen geben allen Beteiligten die Sicherheit, dass dort kein großflächiger Einzelhandel entstehen wird“, erläutert Priebs.

Auf der Grundlage der gemeinsam getragenen stadtentwicklungspolitischen bzw. regionalplanerischen Grundsatzposition habe man sich einer Arrondierung im Bereich IKEA mit einzelnen Geschäften im Bereich Wohnen nicht verschließen wollen, zumal es sich mit Möbel Staude um einen in Hannover ansässigen Mittelständler handele, der am neuen Standort ein innovatives Ausstellungskonzept „Rund ums Wohnen“ für Küchen und Polstermöbel mit einem umfangreichen Service- und Gastronomiekonzept verfolge. Letzteres könne durchaus zu einer Belebung des Expo-Geländes beitragen, zeigten sich Bodemann und Priebs einig. Außerdem ist es dem städtischen Baudezernenten besonders wichtig, dass eine hochwertige Bebauung mit einer ansprechenden und zeitgemäßen Architektursprache vorgesehen ist.

Zur Anpassung des Planungsrechtes an die vorgesehene Nutzung wird die Landeshauptstadt einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufstellen, der die abgestimmten Planungsziele festschreiben soll. Im Gegenzug wird der Regionspräsident der Regionsversammlung eine Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms vorschlagen, um die Vereinbarkeit des Staude-Projekts mit den Zielen der Raumordnung herzustellen. Die sogenannten innenstadtrelevanten Randsortimente werden auf maximal 800 qm Verkaufsfläche begrenzt.

Pressemitteilung 09.02.2009, Region Hannover

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