Nach Hannover in den Tod
Mit einem Gedenkmarsch erinnern Schüler an das Schicksal der Insassen des Gestapo-Lagers Lahde
Hannover/Barsinghausen/Seelze – „Sie mussten sich in das Grab hineinlegen mit dem Gesicht nach unten; dann haben wir diese Männer durch Kopfschüsse erschossen“. – Beteiligter an der Tötung: der hannoversche Gestapo-Mann Reinhold Plünnecke; Ort der Tat: der Seelhorster Friedhof.
Der Massenmord in Hannover markiert das Ende einer langen Tortur: In den ersten Apriltagen des Jahres 1945 wurden die noch 800 marschfähigen Häftlinge des „Arbeitserziehungslagers Lahde (Landkreis Schaumburg) – Lager-Inschrift: „Hier wird jeder Wille gebrochen“ – von ihren Peinigern auf einen knapp 60 Kilometer langen Treck in Richtung Hannover getrieben. Zielpunkt: die ehemalige Israelitische Gartenbauschule, Außenstelle der Geheimen Staatspolizei Hannover.
Die vielfach ausgezeichnete Geschichtswerkstatt der Bückeburger Herderschule nimmt das historische Ereignis zum Anlass, am 26. und 27. April mit einem zweitägigen Gedenkmarsch entlang der damaligen Route in den Tod, an die weit mehr als 100 Opfer dieser „Evakuierung“ zu erinnern.
Am Freitag, dem 27. April 2007, werden die elf Schülerinnen und Schüler der Herderschule (Jahrgänge 1990/1991) auf ihrem Gedenkmarsch von Lahde bis Ahlem die Region Hannover gegen 11.30 Uhr bei Bantorf erreichen.
Im Barsinghäuser Stadtteil Nordgoltern werden sie um 13.30 Uhr (Kilometer 44,1), von Stadtrat Peter Oelfke, und der Vorsitzenden des Kuratoriums der Siegfried-Lehmann-Stiftung, Dr. Kerstin Beckmann, begrüßt. In Höhe „City-Kiosk“ an der Hauptstraße wird ein Zeitzeugen-Bericht verlesen/zugleich Rast für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Gedenkmarsches“.
Über Stemmen und Lathwehren führt der Weg in den Seelzer Stadtteil Kirchwehren (Kilometer 51,1), wo die Marschierer um 15.00 Uhr am Ortseingang von Ortsbürgermeister Seegers erwartet werden. Treffpunkt: K 251/ Strasse Am Anger.
Gegen 17.00 Uhr wird die Gruppe dann in der Mahn- und Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover (Heisterbergallee 8 ) eintreffen. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung suchen den Erfahrungsaustausch mit den Bückeburger Schülerinnen und Schülern der Geschichtswerkstatt. Ihre Dokumentation „Wegweiser auf den Spuren von Zwangsarbeit in Schaumburg und Petershagen/Lahde“ wurde 2006 mit dem „Niedersächsischen Schülerfriedenspreis“ ausgezeichnet.
Schirmherr des „Marsches von Lahde“ ist Prof. Rolf Wernstedt, Präsident des Niedersächsischen Landtages und Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
Route Gedenkmarsch Lahde - Ahlem
26./27. April 2007
1. Tag: Donnerstag, den 26. April 2007:
- Gedenkstein AEL Lahde 0,0 km 08.00 Uhr
Begrüßung/Start zusammen mit Schülergruppe der Realschule Lahde - Ev. Friedhof Lahde 1,9 km 09.00 Uhr
Andacht am Mahnmal für Zwangsarbeiter Lahde - Ehrenfriedhof Bierde 3,8 km 10.00 Uhr
Andacht am Mahnmal für Zwangsarbeiter Lahde - Raderhorst 8,5 km 11.30 Uhr
Verabschiedung der Schülergruppe RS Lahde an der Landesgrenze NRW/Niedersachsen - Wiedensahl 10,8 km 12.00 Uhr
- Niedernwöhren 12,7km 13.00 Uhr
- Stadthagen 17,5 km 14.30 Uhr
evtl. Treffen mit einer Zeitzeugin - Gut Remeringhausen 26,0 km 17.00 Uhr
Empfang durch Herrn von Schöning u.a.; Begegnung mit dem ehemaligen Gutsverwalter, Wolfgang Walter - Beckedorf 30,9 km 19.00 Uhr
Ziel des 1. Tages. Übernachtung in der ev.-luther. Kirche Beckedorf.
Andacht in der Beckedorfer Kirche mit Pastor Falk Nisch
2. Tag: Freitag, den 27. April 2007:
- Beckedorf 30,9 km 08.00 Uhr
Start zur 2. Etappe - Bad Nenndorf 35,3 km 10.30 Uhr
- Bantorf 38,9 km 11.30 Uhr
- Nordgoltern 44,1 km 13.30 Uhr
Verlesen eines Zeitzeugenberichts - Stemmen 46,2 km 14.00 Uhr
- Lathwehren 48,9 km 14.30 Uhr
- Kirchwehren 51,1 km 15.00 Uhr
- Döteberg 53,0 km 15.30 Uhr
- Harenberg 55,1 km 16.00 Uhr
- Ahlem 58,0 km 16.30 Uhr
Andacht am Mahnmal KZ-Außenlager Ahlem - Ahlem 59,2 km 17.00 Uhr
Abschlussveranstaltung der Region Hannover in der Mahn- und Gedenkstätte Ahlem
Pressemitteilung 25.4.2007, Region Hannover



