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02.03.2007 Burgwedel, Gehrden, Hannover, Hemmingen, Langenhagen, Region, Sehnde

Fünf Buslinien stehen auf dem Prüfstand

Region

Nachtverkehr bleibt unangetastet
Region zieht Konsequenzen aus Kürzung der Landeszuweisungen

Im Zusammenhang des Haushaltsbegleitgesetzes haben die Länder im letzten Jahr eine deutliche Kürzung der Zuschüsse an die Länder für den Öffentlichen Nahverkehr akzeptiert, wofür sie Gegenzug eine Beteiligung an der Mehrwertsteuererhöhung bekommen haben. Dem Land steht damit in den nächsten fünf Jahren mit jährlich zusätzlich über 500 Mio € ein Vielfaches der beschlossenen Kürzungen der Mittel für den Nahverkehr zur Verfügung. Das Land Niedersachsen hat jedoch entschieden, die Kürzungen dieser Mittel im gleichen Umfang an die Aufgabenträger für den Nahverkehr in Niedersachsen und damit auch an die Region Hannover weiter zu geben.

Die Kürzungen werden schrittweise von 2006 bis 2010 erhöht. Während im Jahr 2006 die erwarteten Einnahmen um 1,2 Mio. € geringer ausfielen, werden in diesem Jahr die Landesmittel um 6,4 Mio. € reduziert. Im Jahr 2008 betragen die Kürzungen für die Region voraussichtlich 8,8 Mio. €, die bis zum Jahr 2010 weiter schrittweise auf ca. 11 Mio. € pro Jahr erhöht werden. „Wir können die ausfallenden Landesmittel nicht vollständig durch eigene Haushaltsmittel kompensieren, aber wir wollen zugleich unsere Angebots-Standards im Nahverkehrsplan halten“ machte Regionspräsident Hauke Jagau deutlich und sparte nicht mit Kritik am Land: „Andere Bundesländer haben die Mehreinnahmen aus der Mehrwertsteuererhöhung genutzt, um die ausfallenden Bundeszuschüsse wenigstens zum Teil zu kompensieren. Niedersachsen fällt aus der Rolle.“

Die Konsequenz sind Kürzungen im Angebot zum Fahrplanwechsel 2008. Auf dem Prüfstand stehen unter anderem fünf Buslinien. Durch Streichung der Linien oder einer Reduzierung des Angebotes muss die Regionsverwaltung rund 1 Million Euro einsparen. Weitere Entlastungen werden durch eine Reduzierung von Eisenbahn-Verkehrsleistungen sowie durch betriebliche Optimierungen bei den Verkehrsunternehmen der Region, bei der RegioBus und der Üstra erwartet. „Insgesamt werden wir etwa 3 Mio € Entlastung pro Jahr erreichen. Den Rest müssen wir aus eignen Mitteln weiter finanzieren, wenn wir nicht zu unzumutbaren Einschnitten im Angebot kommen wollen“, so der Regionspräsident weiter. „Schließlich wollen wir beispielsweise den Nachtbusverkehr in der Region an den Wochenenden aufrecht erhalten.“

Betroffen ist nach den Plänen der Regionsverwaltung unter anderem die Linie 350 (Gehrden – Weetzen – Ronnenberg – Hemmingen – Hannover-Wülfel) Für diese Linie schlägt sie vor, das Angebot auf dem Abschnitt Weetzen/Bahnhof/Westseite – Hannover/Am Brabrinke von stündlich auf zweistündlich zu halbieren. Auf dem Abschnitt Gehrden/Nordfeld – Weetzen/Bahnhof/Westseite bleibt das heutige Angebot (stündlich mit jeweils drei zusätzlichen Verstärkerfahrten in der Hauptverkehrszeit morgens und nachmittags) bestehen. Nach den vorliegenden Fahrgasterhebungen steigen von den ca. 240 Einsteigern in Gehrden pro Tag knapp 2/3 bereits am Bahnhof Weetzen wieder aus. Diese Fahrgäste sind von der Maßnahme nicht betroffen. Die durchschnittliche Einsteigerzahl/Fahrt auf dem Abschnitt Weetzen – Hannover-Wülfel liegt nur bei 12. In Hemmingen gibt es auf dem genannten Abschnitt 12 Einsteiger/Fahrt. Das Minimum liegt bei 1, das Maximum bei 29 Fahrgästen/Fahrt im Schüler- und Berufsverkehr. Insgesamt gab es bei der letzten Zählung im Frühjahr 2006 im Stadtgebiet Hemmingen bei der Linie 350 140 Einsteiger/Tag.

In Langenhagen soll das RufTaxi - Linie 612 (Krähenwinkel/Fuchsberg – Langenhagen/Zentrum – Langenhagen-Mitte/Bahnhof) wegen zu geringer Nachfrage eingestellt werden Werktags nutzen durchschnittlich 13, samstags 10 und sonntags 5 Fahrgäste das Angebot. Umgerechnet liegt werktags rechnerisch die durchschnittliche Fahrgastzahl bei 0,38 pro Fahrt. Mit einem erweiterten Fußweg von maximal 1,3 Kilometern können alternativ Fahrten der Linie 610/611 an der Walsroder Straße genutzt werden.

Ebenfalls wegen geringerer Nachfrage steht in Burgwedel die Linie 600 (Großburgwedel–Hannover-Lahe) auf dem Prüfstand der Verkehrsplaner. Die durchschnittlichen Fahrgastzahlen liegen nach der letzten Zählung im Herbst 2006 bei durchschnittlich 9 Fahrgästen/Fahrt, minimal sind es 3, maximal 16 Fahrgäste/Fahrt. Als Alternative stehen nach Ansicht der Nahverkehrsexperten der Region die Buslinien 630 (Großburgwedel – Altwarmbüchen), 620 (Großburgwedel – Fasanenkrug) und der metronom (Großburgwedel – Hannover Hbf.) zur Verfügung.

In Sehnde soll nach dem Sparkonzept die Linie 372 (Klein Lobke – Gretenberg – Sehnde/Schulzentrum – Sehnde/Schnedebruch) aufgrund der geringen Nachfrage auf ein Mindestbedienungsmaß reduziert werden. Nicht davon betroffen ist jedoch der Schülerverkehr, der in der heutigen Form erhalten bleiben soll.

In der Landeshauptstadt steht die Linie 254 (Wallensteinstraße – Großmarkt Bornum – Mühlenberg) auf dem Prüfstand. Die Regionsverwaltung will auch sie wegen zu geringer Nachfrage einstellen. Die durchschnittliche Fahrgastzahl liegt nach Angaben der Region bei 4 Fahrgästen/Fahrt, das Minimum bei 0, das Maximum bei 13 Fahrgästen/Fahrt. Ein Teil der von der Linie 254 bedienten Haltestellen wird auch von anderen Linien angefahren bzw. liegt in deren Einzugsbereich. Es sind dies die Linie 129 (Wettbergen – Mühlenberg – Empelde), 500 (Gehrden – Bornum – Hannover/ZOB), 581 (Mühlenberg – Bornum – Stöcken) und 300 (Pattensen – Ricklingen – Hannover/ZOB).

Alle betroffenen Städte können zu den geplanten Sparmaßnahmen Stellung beziehen, bevor die Regionspolitiker am 31. Mai im Verkehrsausschuss einen Beschluss fassen werden.

Pressemitteilung 02.3.2007, Region Hannover

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  • Artikel veröffentlicht am 02.03.2007
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2 Kommentare »

  1. In der Argumentation zur geplanten Einstellung der Linie 612 bleiben einige Gesichtspunkte unberücksichtigt: Zum einen der geringe Bekanntheitsgrad der Linie, zum anderen die schlichte Tatsache, dass es sich um normale Taxis mit Sonderrufnummer handelt. Wegen der Voranmeldefrist von 30 min. kann die Nutzung völlig flexibel gestaltet werden, Leerfahrten gibt es nicht und falls keine Meldungen kommen, können die Taxen bei Bedarf von der Taxengemeinschsft anderweitig eingesetzt werden!
    Wer die Siedlung bis zum Fuchsberg in Krähenwinkel kennt, dem müssen für “autolose”; ältere und behinderte Mitbürger die ersatzweise empfohlenen 1,3 Anmarschkilometer wie Hohn klingen.
    Zu Gunsten einer marginalen Kostenverringerung würde dieser Personenkreis besonders getroffen werden.

    Inzwischen klappt auch die “Vorbestellung ” der Taxis durchgängig, so dass ein besserer Ruf dieser Linie entstanden ist.

    Dirk Hasselhof, Langenhagen-Krähenwinkel, Birkhahnweg 2

    Kommentar von Dirk Hasselhof — 27.04.2007 @ 17:29

  2. Ich habe den Bericht erst jetzt gefunden und staune über diese Vorschläge.
    Gerade die Streichung und/oder Veränderung der Linie 350 ist ja immer noch aktuell und wird weiterhin diskutiert. Ich muß diese Linie seit ca. 3 Monaten nutzen da ich bedingt durch einen Verkehrsunfall auf andere Weise nicht von Weetzen nach Hemmingen komme (es gibt noch eine Möglichkeit mit S-Bahn-Umsteigen in Stadtbahn - umsteigen in Bus = halbe Weltreise die einen dann zwei Zonen anstatt einer Zone kostet). Aber warum ist die Linie 350 so unattraktiv?
    Nun bis zum REAL Markt Haltestelle Alfred Benz Str. ist das alles noch in Ordnung nur wenn ich weiter nach Hemmingen will so muß man über 40 Minuten auf einen Anschlußbus warten der ein z.b. in die Berliner Str. bringt wo die Schule sich befindet oder auch nur in die Innenstadt. Wer solch schlechte Abstimmungen selbst nach dem jüngsten neuen Fahrplan nicht erkennt und abändert darf sich nachher nicht wundern das die Linie schlecht angenommen wird. Anstatt die Fehler zu beseitigen wird dann nach Streichung gerufen, einfach aber eher dumm. Somit macht man öffentlichen Nahverkehr nicht attraktiver.

    Kommentar von Seibold — 26.12.2008 @ 21:51

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